Künstliche Beschneiung
In vielen Skigebieten wird eine künstliche/technische Beschneiung von Skipisten vorgenommen; der so erzeugte Schnee wird auch als Kunstschnee bezeichnet. Die Beschneiung erfolgt über so genannte Schneekanonen oder Lanzen. Während in Österreich bereits 54 %, in Italien 68 % und in Frankreich 14 % der Pistenfläche beschneit werden, sind es in der Schweiz mehr als 19 % von 22'000 ha Pistenfläche und es kommen laufend neue Flächen hinzu (Quelle: Seilbahnen Schweiz: Fakten und Zahlen 2006). Normalerweise kann eine Beschneiung nur erfolgen, wenn die Lufttemperatur unter 3 °C liegt. Der Energieaufwand zur Erzeugung einer 20 cm mächtigen Schneedecke beträgt pro Hektare rund 9000 kWh pro Saison (40'000'000 kWh für die gesamte Schweizer Beschneiungsfläche = 1.4 % der Jahresproduktion eines Kernkraftwerkes vom Typ Beznau-1, Beznau-2 oder Mühleberg).
Die Auswirkungen der Beschneiung auf die Umwelt sind vielfältig:
Die Auswirkungen der Beschneiung auf die Umwelt sind vielfältig:
- Kunstschnee ist deutlich dichter (523 g/L) als natürlicher Schnee (344 g/L; Quelle: SLF).
- Hydrologie: durch die Beschneiung wird die Menge des bei der Schneeschmelze abfliessenden Wassers erhöht.
- Verzögerte Schneeschmelze: Kunstschnee taut langsamer auf als Naturschnee. Insgesamt ergibt dies einen gleichmässigeren Abfluss des Schmelzwassers. Dies kann sich günstig auswirken, wenn ein Starkregen während der Schneeschmelze erfolgt, das Murgangrisiko kann sich vermindern.
- Verspätete Vegetation: wegen der verzögerten Schneeschmelze wachsen und blühen auch die Pflanzen verspätet. Die sonst als erste blühenden Krokusse können unter verstärkten Konkurrenzdruck geraten. Die Beweidung von Kunstschneepisten erfolgt später als diejenige des umgebenden Landes; dies wird von einigen Bauern auch als Vorteil angesehen.
- Veränderte Schneezusammensetzung: während Naturschnee in seiner Zusammensetzung nahe an destilliertes Wasser kommt, weist Kunstschnee, der aus Bach , See oder Quellwasser hergestellt wird, einen höheren Ionengehalt auf. Das abfliessende Wasser führt zu einer stärkeren Düngung des Bodens.
- Kristallisationskeime: zum Teil wurde versucht die Kristallisationsfähigkeit zu erhöhen, indem dem Beschneiungswasser künstliche Keime, wie Bakterien, beigesetzt werden. Deren Verwendung ist jedoch in der Schweiz untersagt.

